Wer wir sind

Diese Reaktion bekommen die Mitglieder unserer ev.-reformierten Kirche gelegentlich zu hören. Kein Wunder, denn als reformierte Christen in einer lutherischen Landeskirche, noch dazu in einem Bundesland mit nur ca. 10% Kirchenmitgliedern, leben wir in der Situation einer doppelten Minderheit. Daher ist es wichtig, darüber Auskunft geben zu können was "evangelisch-reformiert" eigentlich bedeutet.

Beginnen wir mit einem Blick in die Geschichte:

In das lutherische Mecklenburg kam die reformierte Tradition durch französische Glaubensflüchtlinge, die Hugenotten, die seit 1699 zur Ansiedlung in Bützow eingeladen wurden. Im 18. Jahrhundert bildete sich neben der französisch-reformierten auch eine deutsch-reformierte Gemeinde, als die Herzoginwitwe Sophie Charlotte ihren Witwensitz im Bützower Schloß nahm. 1771 konnte die Reformierte Kirche im Ellernbruch eingeweiht werden, die als das einzige reformierte Kirchengebäude im Nordosten Deutschlands von nicht zu unterschätzender kunsthistorischer Bedeutung ist.

Seit 1992 gehört unsere Gemeinde zur Ev.-reformierten Landeskirche mit Sitz in Leer/Ostfriesland. Das bedeutet, daß die Mitglieder der ev.-reformierten Kirche in Mecklenburg-Bützow zur größeren Gemeinschaft der ev.-reformierten Landeskirche gehören. In vielen Städten gibt es Gemeinden, die ähnlich wie unsere aus hugenottischen Wurzeln entstanden sind. Kerngebiete reformierten Christseins sind Ostfriesland und die Grafschaft Bentheim. Unsere Gemeinde hat gute Kontakte zu ihren (zugebenermaßen nicht gerade um die Ecke liegenden…) "Nachbargemeinden" Lübeck, Lüneburg und Hamburg.

Der Anschluß an die Landeskirche machte die dauerhafte Wiederbesetzung der seit 1983 vakanten Pfarrstelle und die Renovierung des Pfarr- und Gemeindehauses in der Pfaffenstr. 11 möglich. Das Kirchengebäude wurde 1988 an die Stadt Bützow verkauft und nach 1990 umfassend saniert. In der Reformierten Kirche finden heute zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt, sie dient außerdem der Musikschule als Konzertsaal. Die reformierte Gemeinde hat ein Nutzungsrecht und konnte auch die wertvolle Mahagonikanzel von 1771 wieder aufstellen. 2009 wurden außerdem in Aufnahme einer hugenottischen Tradition neue Tafeln mit dem vollständigen Text der Zehn Gebote in der Kirche angebracht.

Nachdem Pastor Hartmut Gabriel von 1993 bis 2004 Aufbauarbeit in der spannenden und herausfordernden Situation nach der Wiedervereinigung geleistet hatte, betreut seit 2004 Pastorin Kathrin Oxen die Gemeinde. Viele Mitglieder der ev.-reformierten Kirche in Mecklenburg-Bützow sind erst seit 1990 nach Mecklenburg gekommen und suchen in der unserer reformierten Gemeinde ihre geistliche Heimat.

Die großen Entfernungen sind eine Herausforderung für Gemeindeglieder und Pastorin, trotzdem gestaltet sich das Gemeindeleben, auch aufgrund der verstreuten Situation, lebendig und familiär Zweimal im Monat, am ersten und dritten Sonntag feiern wir um 15 Uhr Gottesdienst in Bützow. Das anschließende Kaffee- und Teetrinken bietet Gelegenheit zu intensivem Austausch. Unser Konfirmandenunterricht wird in Form von Freizeiten gehalten, eine Familienfreizeit im Sommer und die Kaminabende im Winter zu gesellschaftspolitischen und kirchlichen Themen gehören zum Leben der Gemeinde. Für Besuche und Amtshandlungen müssen weite Strecken zurückgelegt werden. Vieles, was in einer "normalen" Gemeinde möglich ist, wie z.B. wöchentliche Kreise, kann nicht stattfinden - dafür ist vieles möglich, was wiederum die Routine in einer "normalen" Gemeinde nicht erlaubt.

Wir freuen uns über alle Interessierten und laden Sie herzlich ein, uns kennen zu lernen. Bestellen Sie doch unverbindlich unseren Gemeindebrief, der viermal jährlich erscheint. Gerne können Sie uns auch anrufen oder wir kommen zu einem Besuch zu Ihnen nach Hause.

Die 10 Gebote

Ich bin der HERR, dein Gott, der dich herausgeführt hat aus dem Land Ägypten, aus einem Sklavenhaus. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
Du sollst dir kein Gottesbild machen noch irgendein Abbild von etwas, was oben im Himmel, was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist. Du sollst dich nicht niederwerfen vor ihnen und ihnen nicht dienen,
denn ich, der HERR, dein Gott bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Vorfahren heimsucht an den Nachkommen
bis in die dritte und vierte Generation, bei denen, die mich hassen, der aber Gnade erweist tausenden, bei denen, die mich lieben und meine Gebote halten.
Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen, denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.
Denke an den Sabbattag und halte ihn heilig. Sechs Tage sollst du arbeiten und all deine Arbeit tun; der siebte Tag aber ist ein Sabbat für den HERRN, deinen Gott. Da darfst du keinerlei Arbeit tun, weder du selbst noch dein Sohn oder deine Tochter, dein Knecht oder deine Magd noch dein Vieh oder der Fremde bei dir in deinen Toren. Denn in sechs Tagen hat der Herr den Himmel und die Erde gemacht und das Meer und alles was in ihnen ist dann aber ruhte er am siebenten Tag. Darum hat der HERR den Sabbattag gesegnet und ihn geheiligt.
Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst auf dem Boden, den der HERR, dein Gott, dir gibt.
Du sollst nicht töten.
Du sollst nicht ehebrechen.
Du sollst nicht stehlen.
Du sollst nicht als falscher Zeuge aussagen gegen deinen Nächsten.
Du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren; du sollst nicht die Frau deines Nächsten begehren oder seinen Knecht oder seine Magd oder sein Rind oder seinen Esel oder irgendetwas, das deinem Nächsten gehört.
Die Zehn Gebote (2. Buch Mose, Kapitel 20, Vers 1-17) in der Übersetzung der Zürcher Bibel 2007